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| lit.folgen |
Diktate aus der Geisterdichterwelt | |||
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Blöd, dass auch die größten Literaten einmal sterben müssen. Und viele noch dazu so jung, dass sie ihr opus magnum nicht beendet haben. Um wie vieles wäre die deutsche Literatur reicher, wären nicht Ingeborg Bachmann beim Wohnungsbrand, Rolf-Dieter Brinkmann beim Überqueren der Straße oder Georg Heym beim Schlittschuhlaufen ums Leben gekommen? Aber das Wissen und die Kunst großer Literaten sind nicht länger auf ewig verloren. Mithilfe des Quija-Orakels kann man die Tradition der Totengespräche wieder aufnehmen und mit der Geisterwelt der Autoren in Kontakt treten. Man legt einfach seinen Finger auf eine gelochte Scheibe, die sich dann durch geheimnisvolle Kräfte über ein Brett mit Buchstaben und Zahlen bewegt. Dazu gibt es ein handliches Praxisbuch, das einem mit vielen Abbildungen die Kommunikation mit dem Jenseits erklärt. Das soll funktionieren? Aber klar! Bei Suhrkamp sollen bereits ganze Lektorensitzungen nur noch mit dem Quija-Orakel geführt werden. Und bei einer kurzen Sitzung gestern Nacht mit Stefan, Ingeborg und Rolf Dieter kam beispielsweise bereits folgendes Gedicht heraus: „Panik auf einer Rolltreppe im August/ Es kommen härtere Tage/ Aufgestanden ist er, welcher lange schlief/ Es kommen härtere Tage“. Das Quija-Set gibt es für 19,95 Euro unter www.buch24.de.
Kai Splittgerber | |||
| | © lit06.de, 2006 | |||
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