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lit07.de - Titelthema: lit.betrieb.

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Ganz schön nachgelassen



Vor einigen Jahren bot einer jener Druckkostenzuschussverlage, die zu Unrecht in Misskredit gebracht worden sind, seinen Autoren die Faksimilierung und Publikation ihrer handschriftlichen Dokumente in einer Anthologie an. Damit wären diese für das Verständnis des Autors und seines Werkes so wichtigen Artefakte für die Nachwelt gesichert. Die Veröffentlichung war zwar mit einer nicht unerheblichen Zahlung an den Verlag verbunden, aber der hatte mit der Idee auch einfach den Nerv im Zahn der Zeit getroffen. Denn schließlich sind im elektronischen Zeitalter solche Zeugnisse, die die Textgenese konservieren, zu echten Raritäten geworden.
Zum Glück sind Autoren, die auf ihren handschriftlichen Nachlass bedacht sind, nicht nur auf das Angebot jener Verlage angewiesen. Seit langem gibt es das Deutsche Literaturarchiv in Marbach: Jeder Autor, der etwas auf sich hält, will dort sein literarisches Grab finden. Marbach, „bis zum Styx unterkellert“, wie Rainer Kunze schon befand. Weil Marbach aber meistens erst posthum und schon gar nicht jeden Nachlass archiviert, kann der designierte oder spekulierende Marbacharchivierte seine Archivierung schon einmal mit dem Mini-Marbach-Archivkasten im heimischen Keller üben. Der kann nämlich, im schicken Grün und mit Metallrähmchen auf dem Deckel daherkommend, alles was der große Marbach-Archivkasten auch kann: den literarischen Nachlass archivieren. Ob nun Notizen, Manuskriptseiten, Briefe oder bereits zu Lebzeiten vorproduzierte Totenmasken, all dies lässt sich bereits aufs Feinste als Vorlass ordnen und kann nach dem Ableben als Nachlass dann 1:1 nach Marbach übernommen werden. Und falls die Marbacher Literaturarchiv-Penner den Wert der eigenen Archivbestände für das Gedächtnis der deutschen Kultur mal wieder verkennen, warten jene zu Unrecht in Misskredit gebrachten Druckkostenzuschussverlage sicherlich schon mit einer ihrer nächsten Anthologien darauf, dem verkannten Autor zu seinem archivarischen Recht zu verhelfen.



Den Original Mini-Marbach-Archivkasten (Maße: 26 x 16,5 x 4 cm) gibt es für 16 Euro unter www.dla-marbach.de.




Kai Splittgerber



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