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| lit.folgen |
Literarische Leichenbeseitigung | |||
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Wir kennen das: manch einer hat Leichen im Keller. Da liegen sie, gut versteckt hinter ausgedienten Schränken, zwischen Kinderspielzeug und rostigem Werkzeug. Sie lachen leise und rauben uns den Schlaf. Des Literaten Leichen sind literarische. Sie türmen sich zu Bergen beschriebenen Papiers. Briefe, die nie ihren Empfänger erreichten. Geschichten, die wochenlang auf dem Schreibtisch lagen und darauf warteten, überarbeitet zu werden. Romanskizzen, Liebeslieder, Rezensionen. Alles unveröffentlicht und für nicht lesenswert befunden, lose in Kartons gesammelt oder fein säuberlich abgeheftet. Da stehen wir vor Teilen unseres Lebenswerks und fragen nach dem Sinn. Was machen mit all den unnötigen Zeilen? Konservieren, damit noch die Urenkel bei jedem Umzug des Dichters Last auf ihren Schultern spüren? Uns in die Kunst des Papierfliegerfaltens einweihen lassen? Einfach in die Tonne damit? Genau, Recyceln. Alles, was wir dazu brauchen, ist ein Aktenvernichter. Für den literarischen Anfänger empfehle ich den handbetriebenen Aktenvernichter (für 19,95 € bei http://www.eurotops.de), für Fortgeschrittene einen Profi-Papiershredder (ab 47,- € bei http://www.officexl.de).
Susanne Rudloff | |||
| | © lit06.de, 2006 | |||
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