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„Ceci n’est pas un livre“ klar und deutlich steht es auf dem vermeintlichen Buchrücken zu lesen. Und dennoch: Der Schwindel funktioniert. Der Verstand lässt sich täuschen und rätselt über das Geheimnis, wie der Bücherstapel an der Wand scheinbar ohne Befestigung hält. Dabei ist die Lösung so einfach: Das „S.E.L.F.shelf“, das unterste der Bücher, n’est pas un livre. Es handelt sich vielmehr um ein Regal, das mit zwei versteckten Dübeln angebracht und bis zu acht schwere Wälzer an die Wand stapelt. Und das alles unter dem Deckmantel der Literatur.
Das Buchcover des niederländischen Designhighlights ziert ein Gemälde aus dem 14. Jahrhundert. Antiker Look ist immer gut sieht aus nach Klassiker, nach wichtig, nach richtiger Literatur. Und auch der Buchtitel ist eine Anspielung: „Ceci n’est pas un livre“ (deutsch: „Das hier ist kein Buch“) zitiert das berühmte Bild Rene Magrittes mit Pfeife und der Aufschrift „Ceci n’est pas une pipe“ („Das hier ist keine Pfeife“). Die Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Abbildung entspricht auch der Idee des Buchbuchregals. Was wie ein Gegenstand der Bildung aussieht, ist tatsächlich ein Einrichtungsgegenstand. Der gute, alte Schmöker hat sich von seiner eigentlichen Funktion verabschiedet und darf bloß als Lifestyle-Produkt weiterleben.
Die Mode, Bücher als schicke Accessoires zu missbrauchen, hat mit der Erfindung des S.E.L.F.shelfs einen weiteren Höhepunkt erreicht. Es genügt nicht mehr, das Regal mit ausgewählten Klassikern zu bestücken. Das Regal selbst muss poetisiert werden, seine Funktion verschiebt sich vom Zeichen-Träger im wörtlichen Sinne zum Zeichenträger mit Bedeutung. Und weil die literarischen Geschmäcker verschieden sind, gibt es das S.E.L.F.shelf auch noch in verschiedenen Genres.
Das Regal mit Buchoptik gibt es im Onlineshop www.dutchbydesign.com für 29,95 Euro.
Brigitte Vordermayer
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