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Bibliophile haben wie alle -phile ein großes Problem: Ihre Liebe tut dem Objekt ihrer Liebe nicht gut. Am liebsten würden sie ja ihre Bücher herzen, bei sich tragen und beim Einschlafen wie ein weiches Weib an sich kuscheln. Das führt dann zu abgestoßenen Ecken und Kanten, zu verranzten Buchumschlägen, zu verklebten Seiten. Der intellektuelle Bibliophile hingegen pflegt seine Leidenschaft wie jede gute Leidenschaft aus der Ferne, mit einem Glas '86 "Château bel orme tronquoy" und betrachtet die ästhetisch anspruchsvollen Fotografien seiner Bücher an einer seiner musealen vier Wände.

So wenigstens sollte es nach der Vorstellung von Sabine Nielsau sein. Die diplomierte Kunstpädagogin und Fotokünstlerin hat nämlich das Fachgebiet der Buchfotografie zu ihrem Steckenpferd erklärt. Für Bibliophile betreibt sie aber viel mehr als das bloße Ablichten ihrer Lieblingsbücher. Nilsau will mit ihren arrangierten Fotografien das Buch als Objekt der bildenden Kunst gewinnen und so in die Zeichenhaftigkeit eines Kunstwerkes transformieren: "Wenn ich liebe, dann liebe ich totalitär. Dann liebe ich alles an einem Buch. Ich will es drapieren und sublimieren; dazu nutze ich die Trivialität als Katalysator, denn die Einfachheit der Symbole ist es auch, die mich bei einem Cover berührt (...)."
Bibliophile Kunstkenner wird es freuen und der gemeine Bibliophile müsste dann wenigstens nicht mehr mit schwitzigen Fingern an dem Auslöser seiner alten Kodak fingern, um aus dunklen Ecken schmieriger Vorstadt-Buchhandlungen die Verkäuferinnen beim Auspacken der Bücher zu knipsen.
Fotoshootings für seine Lieblingsbücher kann man per Anschreiben unter der Adresse Sabine Nilsau, Goschenstr. 32, 31141 Hildesheim oder per Mail unter nielsau email.de vereinbaren. Eine Fotoserie kostet zwischen 30-40 Euro.
Kai Splittgerber
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