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Silbriger Pudel mit Tennisball im Mund



Peter Handke hat gerade wieder ein Buch mit Reisenotizen veröffentlicht. Es ist eine Art Ergänzung zu einer Folge von bereits vier Bänden, in denen so welterhellende Sätze stehen wie "Beweg dich weg von dir und bleib". Oder: "Der gelbe Tennisball im Mund des silbrigen Pudels". Oder: "Morgenhummel schlägt ans Fenster, zu groß für eine Fliege, zu klein für einen Vogel (25. April)." Nun gut, mag man sich denken, Notizbücher sind dazu da, dass man auch Sätze und Fetzen aufschreibt, die noch ein bisschen schwach auf der Brust sind. Wer weiß, vielleicht offenbart ja der silbrige Pudel irgendwann seinen Kern. Und vielleicht lassen sich aus dem kleinen Matschfleck, den die Hummel am 25. April auf der Scheibe hinterlassen hat, neue Grenzwege zwischen Serbien und Kroatien herauslesen. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sollte man generell nicht alles zum Druck bringen, was einem so durch den Kopf geht und ins Notizbuch kommt ("Schwarzer Hund, notdurftverrichtend an weißer Birke" oder "Mutter Kind! Ach, Mutter Kind"). Ich jedenfalls schreibe mir heute in mein Notizbuch: "Kann man sich, darf man sich den reisenden Peter Handke mit einem mittels einer Plastik-Öse am Gürtel befestigten Handi Scribbler für 2,49 Euro vorstellen, auf dem er dann und wann etwas notiert, um es dann gleich wieder, ritsch-ratsch, wegzuwischen? Schrieb nicht Freud, so ein Gerät wie der Handi Scribbler (Freud schrieb "Wunderblock") bringe am genauesten das Funktionieren des Unbewussten ins Bild? Könnte uns der reisende Peter Handke demnach mit dem Handi Scribbler nicht wirklich etwas von dem notieren, was ihm durch den Kopf geht, während das, was wir in seinen gedruckten Notizbüchern lesen, nur hochgequirltes eitles Zeug ist?" Das also schrieb ich mir heute in mein Notizbuch. Ich werde übrigens die Ehre haben, keinen einzigen Satz daraus zu veröffentlichen.


Den Handi Scribbler gibt es in gut sortierten Spielzeugläden für
2,49 Euro.


Stephan Porombka


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