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| lit.folgen | Hast Du keinen, miet Dir einen | |||
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"Lebet wohl im prächt´gen Hause/ Und behaltet Wert und Lieb´/ Den, der in geringer Klause/ Heute diese Zeylen schrieb!" "Charmant, Hoffstede!" rief der alte Buddenbrook. "Dein Wohl! Nein, das war allerliebst!" --- Noble Zeiten waren das, als sich das Großbürgertum noch Hausdichter leisten konnte undwollte. Die Lebenswelt der Buddenbrooks war trotzdem bald passé. Einen verschrobenen Hausfreund beklatschen und dabei exaltiert "Superb!" brüllen – das passte irgendwie nicht ins 20. Jahrhundert.
Die Menschen wurden abgeklärter, die Auftragsdichtung mümmelte vor sich hin und starb dann irgendwann. Bis Ende der 1990er Frank Zander ("Hier kommt Kurt") nachts in den Sportkanälen auftauchte und Werbung für eine CD machte, auf der er dem Käufer ein "ganz persönliches Geburtstagslied" singen wollte. "Liebe Gisela, dieses Lied ist nur für Dich", log Zander in einer Beispielaufnahme. Auch in den postpostmodernen Chefetagen gärte daraufhin der Wunsch nach individueller Verherrlichung – allerdings auf höherem Niveau. Doch die "anspruchsvollen" Dichter waren sich meist zu schade für den Job des "poeta laureatus". Richard Gruber, Träger des "Kunstpreises der Stadt Schrobenhausen", hat keine Berührungsängste. Die Führungsetagen der Firmen Wrigley, Escada, Roland Berger und Boston Consulting habe er schon bedacht und so "hoffentlich in vielen Fällen auf heiterer Weise zur erweiterten Sicht und Kenntnis von Personen beigetragen." Für eine Weihnachtsfeier der Firma "Roland Berger" schrieb er ein "Strenges Sonett für einen stillen Stilvollen": "Ein Hauch von Mozart Marzipan Pistazien umweht/ seidenkrawatten sein leissohliges Lächeln/ wie teppichbodenruhiges höfliches Fächeln/ ist es wenn er wie Stil persönlich durch die Gänge geht." Dichter mieten: Zu genaueren Konditionen seiner Auftragsdichtung – Preis pro Zeile etc... – schweigt der Dichter und Rezitator vornehm. Den Kontakt gibt es aber über www.richardgruber.de .
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