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lit06.de - Titelthema: Ratgeber.

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Auch Handke sorgt für Haltungsschäden


Bücher sind unhandlich. In einer Gesellschaft, in der alle ständig irgendwo hingehen, ist das ein Nachteil. Die Musik hat es da leichter. Die hat mit dem iPod rechtzeitig den Sprung in die Hosentasche geschafft. Immerhin bietet das Mini-Beutelbuch eine Lösung an, die schon im Mittelalter gebräuchlich war. Damals konnten zwar nicht viele Menschen lesen, aber gerade die hatten selten eine Hand frei: "Bücher tragen? Wer hält denn dann die Hexe fest?" Heute lässt man den Frauen viel mehr durchgehen als damals, aber die Arme lässt man doch am liebsten baumeln.

Mit dem Beutelbuch bekommen Bücher endlich die Aussagekraft von Handys. Das Buch als Accessoire! Gerade Gymnasiasten schätzen den modischen Subtext und kaufen sich Faust 1 in schwarzem Leder. Mit Nieten. Germanisten kleiden sich subtiler. Im Grundstudium tragen sie Schiller nicht am Gürtel, sondern am Hals. Erst wer im 10. Semester noch dabei ist, behängt wieder seinen Gürtel, diesmal jedoch deutlich mittiger.

Aber Beutelbücher tun auch was für das Zwischenmenschliche. Sie bringen die Literatur endlich dorthin, wo sie hingehört: nah an den Körper. Ein Mann liebt eine Frau. Zwischen ihnen: ein Beutelbuch. Sie: "Entschuldigung, ist das der neue Grisham an deiner Hose?" - Er: "Ja..." - "Darf ich den ausleihen?" - "Eigentlich gerne, aber ich krieg den Knoten nicht mehr auf." - "Na ja, dann komm halt mit rauf..."


Nach der Katze im Sack jetzt das Buch im Beutel. Zu beziehen unter http://www.mueller-buch.de/litset.htm. 60 Seiten an der Lederlasche, für 55,- EUR.


Stefan Stuckmann


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