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lit06.de - Titelthema: Ratgeber.

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Proustekuchen!


Tupperware kalauert sich mit ihren Produkten schamlos durch die deutsche Sprache. "Laibwächter", "Silikon-Muffin-Reigen", "Saladin", übersetzt heißt das: teurer Unfug aus Plastik. Nur noch eine Frage der Zeit, dann wird eine neue unverzichtbare Gerätschaft die Küchen dieser Welt erobern – der Tintenstrahldrucker. Das Tupperware-Modell heißt dann "Alpha-Beet", "Octo-Prousti" oder "Leck-tor", dazu folgende Produktbeschreibung: "Sushi aus dem Tintenstrahldrucker – der US-Trend jetzt auch für Sie daheim! Bedrucken Sie Papier aus Maisstärke mit Sojasauce, Zuckerguss und anderen essbaren Substanzen; Literatur aus der Küche, ganz nach Ihrem Geschmack!" Zukunftsmusik? Proustekuchen! In Chicago sorgt die Sushibar "Moto" mit essbaren Speisekarten und lesbaren Hauptgerichten für Schlag(sahne)zeilen. Bald also Literatur zum Anbeißen? "Schokolade zum Frühstück" als pappsüße Kalorienbombe? "Das Schweigen der Lämmer" mit Chianti-Aroma und Lebergeschmack? Vielleicht sogar eine eigene Schnitten-Bibliothek der "SZ"? Lit04.de macht da jedenfalls nicht mit. "Kann Spuren von Mandeln und Nüssen enthalten" als Disclaimer über unseren Rezensionen? Viel zu geschmacklos! Und überhaupt: Literaturkritik zum Essen, das wäre allenfalls Herzblut. Auf ziemlich hartem Brot.


Sushi aus dem Tintenstrahldrucker & essbare Speisekarten bei: Moto, 945 W Fulton Market, Chicago. www.motorestaurant.com


Stefan Mesch


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