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| lit.folgen | Edel sei ein Ding, hilfreich und gut | |||
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Früher war Welt auch nicht in Ordnung, aber der Mensch hatte noch Ideale. Das Universum bildete noch eine Einheit, und die humanistische Bildung rüstete jeden mit den nötigen Gedanken aus, um den großen Plan zu begreifen. Gedichte haben sich noch gereimt. Romane haben noch gebildet. Heute sind alle Einheiten zerbrochen. Der Mensch dümpelt als trauriger Fachidiot durch immer komplexere Systeme. Jeder Versuch, das Überangebot an Wissen, Produkten und Lebenswegen überschauen zu wollen, ist sinnlos. Niemand kann heute noch Philosophie, Juristerei, Medizin und Theologie nacheinander studieren. Da spielen weder der gesunde Menschenverstand noch das Bafög mit. Die letzte Rettung ist der Markt. Der besetzt die Leerstellen im Leben mit Produkten, die Besserung versprechen. Und so produziert er Dinge, die nicht nur edel, sondern auch hilfreich und gut sind: Zum Beispiel Schiller und Goethe. In Form von Salz- und Pfefferstreuern. Kleine, weiße Büsten, die auf dem Frühstückstisch die sinnstiftende Einheit von Literatur, Intellektualität, postmoderner Ironie und Funktionalität vertreten. Schiller streut Salz, Goethe streut Pfeffer. Die klassische Harmonie und ihre Ideale können so nah sein. Die Welt bekommt Sinn und Geschmack. Beim Frühstück ist eben alles noch besser. Für 12,90 Euro erhältlich unter http://www.sanssouci-verlag.de
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| | © lit05.de, 2005 | |||
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