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lit06.de - Titelthema: Ratgeber.

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Hypermarché


lit.folgen

Schlag auf Schlag


Literatur muss den Leser treffen wie der Blitz. Sie muss prickeln, atemlos machen, und manchmal muss sie auch weh tun. Gute Literatur elektrisiert. Allzuviele Autoren vergessen das während des Schreibens. Ihnen hilft dieser Kugelschreiber. Im Druckknopf an der Oberseite befindet sich eine Elektrode, die bei Berührung einen Stromstoß abgibt. Die Mine wird dagegen durch Drehen ein- und ausgefahren. Ursprünglich wurde das Produkt entwickelt, um den Besitzer vor der Mitnahme des Kugelschreibers durch Fremde zu schützen. Doch der wahre Nutzen erschließt sich erst, wenn ambitionierte Schriftsteller ihn benutzen. Drückt der gedankenverloren auf den Knopf, wird er prompt an das erinnert, was seinen Texten nicht fehlen sollte: Spannung. Allerdings sollte man zu Risiken und Nebenwirkungen Rücksprache mit einem Lektor halten. Es besteht die Gefahr einer Konditionierung. In diesem Fall entwickelt der Schriftsteller eine weitgehend irreversible, lebenslange Angst vor Kugelschreibern, die seine beruflichen Ambitionen aufs schwerste behindern könnte. Das allerdings muss nicht immer eine Tragödie sein, wie ein guter Teil der aktuellen Buchproduktion eindrucksvoll belegt. Manchen Literaten sei dieser Stift daher dringend in die Hand und ans Herz gelegt. Auch sollte die Kugelschreiberindustrie schon mal darüber nachdenken, wie hoch sich die Voltzahl treiben lässt, ohne dass man unnötig Kunden verliert.


Zu beziehen für EUR 15,95 unter www.rache.de.


Doris Anselm


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